müll und storrie

wenn die leute einem wieder mit müll kommen, könntest du mal schauen?,  und man sich wieder die gedanken machen muss, was macht jetzt ein gutes bild aus, wie kann man das erklären oder schnell umschreiben, was müsste man tun und was am besten nicht anfangen, womit könnte alles gut werden und womit alles, absolut alles absolut nichts, stop: dann kommt erst mal: gar nichts.

aber gestern dann, nach ein paar tagen ganz plötzlich DAS als ausruf und beim gas drücken durch die grüne welle als gross-grundsatz: schlechte bilder und leute, die es nicht kapieren, suchen immer nach begründungen, die vom einen kurz mal wahrgenommenen, kurz mal probierten und dann laut kommentierten müll – den sie ganz anders einschätzen: nämlich als schöpferischen ausdruck des spontan aus dem universellen schöpfenden chefs der kommandoebene schöpfungshauptquartier – zum anderswo gesehenen restmüll im bild ableitungen wahrgenommen haben zu wollen scheinen behaupten dürfen zu können.

what?

wie kann man schmarrn mit schmarrn erklären? es ist tatsache!

das müllbild brüllt immer: „so“ hat es der kommandochef geschöpft, soo und dann sooo. und dann hat er es soooo umschrieben und ein zeichen gesetzt für uns.

ach so! na, danke auch!

what?

mir ist schon ganz schlecht! nichts wie weg, nix wie raus! bitte nicht eröffnen! bitte gleich wieder einpacken! nein, ich will jetzt auch keinen weisswein!

warum das alles schreiben? um das gegenteil zu sehen:

gute arbeiten und leute, die es kapieren, denken und sehen immer vorwärts. ein offener begeisterungsmoment führt unweigerlich zu einer anderen beobachtung (was schon immer selbstverständlich war, ist und bleibt), die sich dann von der ersten schon wieder angeschoben fühlt und weiter geht und immer weiter, um sich jederzeit auf den anfang einer “ bildstrecke“ beziehen zu können, völlig problemlos, ein herüberwinken hier und da und noch mehr freude und weiter schauen. eine gute arbeit braucht keine ableitungen, weil es ein fortwährendes schauen ist, das sich in dieser forwärtsbewegung erklärt und nichts suchen muss. weil das schauen immer schon ein absuchen ist und nichts anderes braucht als diese sich in jedem bewegungsmoment einfach auftuende freude des weiter könnens, das nicht in einer angstschleife der begründungen hängt, wo es den faden verliert und nichts mehr eingefädelt bekommt für das, was immer ein rest ist: die ganze  welt und nichts als das, weil welt nichts anderes ist als ein sich immer neu aufrichtender rest von dem, was kommt.

einfach mal notieren: die gegenwart als rest des will-kommens?!

na denn…

 

der ton nimmt ab

lehre kann tatsächlich funktionieren! aufmerksamkeit kann auch in der dunkelkammer nach mehr und immer mehr verlangen. nach holz, lehm, eiche und zirbe ein schwenk in die richtung der grossdenker, die  nicht an gebäuden kleben als wären es entwürfe für die diashow im inneren ihres jetzt schon geplanten sargdeckels in ewigkeit für alle ewigkeit amen.

konzentration!

klick

 

dieser längste märz

vergangenen freitag in bad kissingen. die autobahn nach norden schiebt einen mit aller gewalt hinter die profilierungspläne dieses landes in den betonpalast aus wiederaufbau und renovierungsbedürftigkeit. erst wenn man sich durch diese kaputten kilometer geschaukelt hat, weiss man, was manche wohl mit nachholbedarf meinen. um das ganze graubild zu unterstreichen, schieben sich die wolken zwischen die mit hochkränen zugehängten brückenbaustellen und setzen die gesamte fahrt ins einheitsgrau. nach der ankunft ein prodema-tag mit leuten von salzburg bis kiel. alles passt, bis am abend das halsweh kommt. aua! ich habe zum glück eine komplett leblose und 5tklassige unterkunft gebucht, in der ich mich ab 18.00 mit schüttelfrost an norma-oliven und vollkornbrot festbeisse. nichts geht mehr runter, auch reden fällt aus. am kommenden morgen liegt draussen schnee, ich verlasse diesen toten ort und fahre zurück nach süden. tanken geht, aber die zapfsäulennummer sagen: fast nicht mehr. schluck , schmerz, die 4, aua! wie schön, dass schon klar ist, wie rombaantisch bum der baheimbumweg seinba wibumrd. wie bitte? am montag endlich arzt und penicillin, am dienstag sonne und mail von myriam. ihr jahr startet so:

„…ich werde unter dem Aspekt der Nachbarschaft in der Kunst den langjährigen Postkartenaustausch zwischen mir und dem leider viel zu früh verstorbenen und für mich so wichtigen Freund Rolf Schneider ausstellen. 

 
„GÄNSEHAUTGESELLSCHAFT“
Haus am Wehrsteg, Heidelberg
Eröffnung: 1.Mai.2018, 15h
 
Außerdem freue ich mich in der Galerie M29 in Köln mit meiner Freundin Katja Davar eine Double Bind Beziehung einzugehen.
 
„DOUBEL BIND II“
Galerie M29, Köln
Eröffnung: 19.April.2018,  20h
 
Im Rahmen der Radiale, Kunst im Kreis stelle ich in der Stiftskirche Sunnisheim aus.
Hier wird eine neue, große – speziell für den Turm der Stiftskirche angefertigte Aluminiumarbeit zu sehen sein.
 
„RADIALE – KUNST IM KREIS“
Stiftskirche Sunnisheim, Sinsheim
Eröffnung: 15.April.2018, 16h
 
 
Außerdem beginnt endlich die Einraumhaus c/o Saison 2018!!!
 
EINRAUMHAUS c/o ZEIGT
Holger Endres
Tobias Hantmann
René Luckhardt
Einraumhaus c/o Mannheim,
Dammstrasse 1
Eröffnung: 13. April 2018, 19 h

winterzartbitter

ist gut jetzt. ich jammere nicht! nach deeskalationsschulung, sekt zum abschluss, umarmungen, tschüss und vielleicht auf nimmer wiedersehen bleibt nun die aufgabe, das jetzt selber zu schulen, wobei die umgebung hier gerade meint, alles auf eis legen zu müssen. keine neustartsignale weit und breit. nur kälte, wind und ein wasserhahn, der kurz luft holt, wenn man ihn öffnet: das wars. wasser gibt er erst wieder ab 4 grad plus! ach so!  na dann. auch der kombi muckt. verliert öl, auto stinkt, auto klappert, was ist los mit euch alten kilometersammlern? als ausgleich für das einstecken der frustpäckchen zum frühstück gibt es bald nur noch den holzstapel draussen. warte nur! auch der wird schnell kleiner, aber man kann sich ja in die wut hineinspalten, bis man bei anzündhölzchen in x hoch 10 facher verzweiflung angekommen ist und die hände brennen. was? ich jammere nicht! so wird das auch bleiben! wiese, ich komme!

und bitte, wenn ihr arbeitet: benutzt keinen schrott da draussen, sondern bitte nur so etwas:

Silky

Dictum

FELCO

SNEEBOER

 

langsam, langsam

bei daniel kahneman. „schnelles denken, langsames denken“. endlich wieder ein buch, das einem seite für seite vor augen hält, wie man selbst funktioniert. dufte! zeile für zeile sinkt das vertrauen in die eigene zurechnungsfähigkeit, danke! egal, ob das forschungsergebnisse sind, die dem eigenen versuch, ein paar klarsichtmomente zu denken, entsprechen: es ist die unmittelbare verunsicherung über denkaufgaben und deren veranschaulichung, die hier zählt. brille auf, rein ins bett, licht an und los! bevor einem der wälzer auf die nase fällt und die müdigkeit siegt, steht schon wieder eine versuchsanordnung auf dem programm. es überschneiden sich die voreingenommenheiten mit angeblichem eigensinn, eingebildete freiheiten mit zwangsläufigen schlussfolgerungen. schön, dass man nicht mehr weiter weiss, wenns ans schlafen geht. 10 euro und los. ich kann verstehen, dass auf der rückseite vermerkt ist, man solle das doch schnell lesen und wieder und wieder. rspkt!

schreiben und hören

kann und will

das nicht vergessen. 1983? wenn ich mit jüngeren leuten darüber rede, denken die, man müsse eine zeitreise antreten, um überhaupt in die nähe dieser angabe zu gelangen. und jetzt? der schnee ist weg, die kinder rennen in der nachbarschaft wieder durch das minimalrestgefrorene kindergartengehege, brüllen und bauen ihre ersten kriegsschauplätze, die von den grossen als unschuld deklassiert werden.

David Hammons „Bliz-aard Ball Sale“ 1983

dezimalschrotter

zu fuss auf dem weg zur autowerkstatt, feder vorne links gebrochen, jetzt müssen also auf beiden seiten neue teile eingebaut werden, danke! abholung heute morgen. ich trotte an einer der kaputten, im echten wortsinn kaputten, öffentlichen skulpturen im ort vorbei – hass hab ich schon immer gehabt auf dich! – und beim anblick der da aufgerichteten scheusslichkeit macht der tag einen ruck, springt aus dem am morgen noch orientierungslosen schauen und schlachtet allen optimismus. der mann mit hund auf dem verkackten platz unterhalb des kaputten schiesst den vogel ab: „lass es raus“, „lass es rahahaus“, mmmmh, mh, mmmhhh, „lahahas es rahahaus“, der typ singt, nix dagegen, aber irgendwann wird mir klar, dass er dem köter die wurst aus dem hintern singt. klar will der braune sich keinen kalten hintern holen, klar will herrchen nicht noch weiter laufen, ist doch eigentlich viel zu glatt zum kacken! aber mir reichts. nur schnell auto holen, kurz mit dem chef reden, lachen, zahlen, fahren und weg. tag elf, was soll das? ihr entwurf wurde um 16:29:54 gespeichert. mach nur so weiter!

nicco

ja, es ist nikolaus, dachte ich gestern früh, aber den stiefel hatten wir am abend zuvor schon wegdiskutiert. an der tanke um kurz nach 8 uhr schaute mich der schiefbärtige mann in roter verkleidung merkwürdig lange an, um dann doch zu fragen, ob ich nicht eine seiner orangen möchte, kann ich ihnen auch eine anbieten? klar! gern! dann also noch adac-karte durchziehen, jetzt bitte ec-karte einstecken, danke! tippen, bezahlen, gut.  ich wollte gerade gehen, da kam das bier, zwei hände, drei flaschen, auf mich zugewackelt. hey, isch heut der sechste oder sowas? schon ausgelöst durch das geräusch der klackenden bierflaschen schaltete das hirn auf euphorie: hören, schreiben, feiern, sich und den eigenen text beleidigen, ein wenig zumindest, fluchen, schimpfen, schnell raus, und dann wieder freuen, ab ins auto und weiter in den tag.

bause

führung in einem fast fertigen um- bzw. neubau. sehen, was andere machen, hören, was andere zahlen, sich mit grossen augen freuen über das, was an anderen orten gemacht wird, wenns denn gut gemacht ist. brutal ist die erkenntnis, jedes mal nach wenigen minuten schon: dass bei der beobachtung all der oberflächen, verwinkelungen, fachwerkfüllungen, wasseranschlüsse und treppenaufgänge es keine rolle spielt, was davon der stolze hauherr selbst mit sogenannter eigenleistung gemacht hat, nein, ganz im gegenteil, sondern all seine bemerkungen zu dem, was er selbst kann, nur nerven und man eigentlich doch echt nur sehen möchte, nein, nicht einmal möchte, nur sieht, was da ist, gut gemacht und fertig, fast. dabei bin ich doch in der genau gleichen situation! man hilft mit und ist stolz auf das, was man übernehmen konnte, pocht auf das, was später sogar sichtbar sein wird von dem, was man zwischen den fingern hatte! aber die kommentare dazu rühren nicht mehr ans material, getan ist getan und es ist völlig egal, wer das warum, wann und wie schnell getan hat. jeder ist-zustand verriegelt sich anscheinend zum ich-zustand. und dieses ich will nicht nach mutti oder vati gefragt werden, sondern an sich selbst abgefragt sein. was vorher war, wird mit der pauschalantwort konfrontiert, dass alles einfach nur anders war, danke fürs gespräch! mit abgleichungen und vergleichen will das gegenwärtige nichts zu tun haben, na toll! noch nie schlug mir das so ins gesicht: dass alle erklärungen zum tun, zu herstellungsprozessen, zeitlichen abläufen usw. nur schwerlast sind in gespräch, schilderung und erklärung, gähn! in der kunst ist es vielleicht nicht ganz so schlimm, her mit etwas trost! oder doch? die sachen nehmen nicht unbedingt den weg über erklärbare handwerklichkeit, die abläufe sind chaotischer. sobald aber sogenannte arbeitsschritte in der diskussion sind, wird es unangenehm. dabei ist es doch so schön, wenn man ein wenig von dem erzählt, was man wieder gelernt und angewendet hat, was der eine konnte und man jetzt selbst auch in der persönlichen arbeit mit einbaut, was ein anderer weglassen musste, aber bei einem selbst jetzt eine ganz grosse und nicht mehr wegzudenkende rolle spielt! von wegen! die geschichte des machens im angesicht des resultats ist das gegenteil von vorwärts. abendessen 4 minuten nach kuchen 3 minuten nach mittag 2 minuten nach frühstück. 1 und los.